Weihnachtsgruß der Kurseelsorge

Krippendarstellung mit Maria, Josef, Jesus, Ochse, Esel und Hirte
Krippendarstellung

Im Stall stinkt es. Kalter Wind zieht durch die Ritzen und schmutzig ist es auch. Wir neigen an Weihnachten gerne zur Stall-Romantik mit sauberem Stroh und ebenso schmutzlosen Tieren, die sich den Platz mit Maria, Josef und dem Neugeborenen teilen. Ein Besuch auf dem nächsten Bauernhof lässt jedoch an den üblichen Krippendarstellungen zweifeln - selbst wenn es sich in der Regel um gepflegte Ställe handelt. Darin leben nun einmal Tiere, das ist ganz normal.

Mit einem realistischen Blick auf Gegebenheiten in Ställen stellt man also schnell fest, dass wohl kaum eine Frau gerne ihr Kind dort zur Welt bringen möchte. Und dennoch wird genau das im Weihnachtsevangelium erzählt. Jesus wird in der dunklen Nacht in einem Stall geboren, weil seine Eltern gerade unterwegs sind, als die Wehen einsetzen, und keine Unterkunft mehr zu bekommen war. Eine pragmatische Lösung musste her.

In einem Jahr voller Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen, vieler Belastungen und Einschränkungen kann dies ein Hoffnungsschimmer sein: Gott kommt nicht dann, wenn alles perfekt vorbereitet ist und die Umstände gerade günstig sind. Gott kommt mitten im Alltag - dann, wenn es scheinbar unpassend ist, wenn wir durch Probleme abgelenkt sind und gerade keine Zeit für ihn haben. Gott kommt, ohne dass wir in Vorleistung gehen müssen mitten in unser Leben. Gerade dann, wenn wir die Hoffnung aufgeben wollen und das Gefühl haben, nichts geht mehr: Dann steht Gott an unserer Seite. 

Ganz gleich, ob Sie die Weihnachtsfeiertage allein oder im Freundes- und Familienkreis verbringen: Wir wünschen Ihnen und den Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, frohe, gesegnete Weihnachten und dass Sie sich stets der Nähe Gottes und seiner vorbehaltlosen Liebe zu uns Menschen gewiss sind.

Pfarrerin Anja Bautz und Pastoralreferentin Susanne Lindner

 

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